In der Blindenschule Zollikofen leuchtet der Montag Sonnen-gelb, duftet nach Zitronen und fühlt sich an, als ob man über ein Netz streicht, in dem Früchte zum Verkauf bereit liegen. Es ist die erste Unterrichtsstunde der Woche, die Schülerinnen und Schüler kehren aus dem Wochenende in den Familien zurück in die Schule. Es sind Kinder und Jugendliche, die über wenig oder gar keine Lautsprache verfügen, die motorisch und kognitiv beeinträchtigt sind, blind oder kaum sehend. Mit Hilfe von Farben, Düften, Berühren und Klängen beginnt der Unterricht. Unter Einsatz von Gebärden, Piktogrammen und elektronischen Hilfsmitteln gestalten die Lehrpersonen die Einheiten des Lehrplans 21.
Wenn Sie wissen möchten, wie ein Unterrichtsmorgen aussieht, lesen Sie die Reportage “Wenn der Montag nach Zitrone duftet”.
Mit der Unterstützten Kommunikation führen wir die Kinder und Jugendlichen aus ihrer Isolation heraus und ermöglichen ihnen, sich mitteilen und ihren Willen äussern zu können. Am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, setzt voraus, entscheiden zu können. Zum Beispiel, ob ich etwas will oder nicht. Die Wahl zu haben zwischen Früchten zum Znüni, zwischen Käse und Wurst. Das Bedürfnis zu äussern, ob ich mich in der Pause mit einem Buch beschäftige oder in der Hängematte ruhe. Kann ich selbst entscheiden, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf die Selbstachtung und den Selbstwert.
Die Unterstützte Kommunikation richtet sich an Menschen mit motorischen Störungen, kognitiven Beeinträchtigungen, im Autismus-Spektrum, mit verzögerter Sprachentwicklung und anderen entwicklungsbedingten oder erworbenen Sprachstörungen.